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13.02.2018 . Social Media Marketing . Gerrit Müller

Personal Branding – Worauf kommt es an?

Muss jeder Vorstand twittern? Sicher nicht. Aber man kann durchaus darüber nachdenken, ob und wie man im Web als Persönlichkeit wirken möchte.

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Vor kurzem habe ich drüben bei Sascha Nieroba darüber diskutiert, ob deutsche Vorstände twittern sollten. Dort kamen einige Punkte zusammen. Ganzheitlich betrachtet spricht man von Personal Branding, also dem Ausbau seiner Persönlichkeit zu einer Marke – hier mit Fokus auf Social Media betrachtet. In Deutschland sind Vorstände häufig noch zurückhaltend, was das Thema angeht. Wie sieht es bei dir aus?

Was ist überhaupt eine Personal Brand?

Nicht für jeden Geschäftsführer ist es sinnvoll, sich selbst herauszustellen und in Social Media aktiv zu werden. Zuvor steht der Aufbau eines professionellen Auftritts der Marke an sich, also seines Unternehmens. Die Personal Brand ist dann ein möglicher nächster Schritt. Wichtige Überlegung zum Start: Es muss ein Publikum geben, also Menschen, die interessiert sind. Interesse weckst du am besten über Themen, also solltest du Inhalte heraussuchen, zu denen du dich äußerst und bei denen du wirklich Experte bist. Wenn du nun merkst, dass sich diese Themen 1:1 mit den Themen der Unternehmenskommunikation decken, kannst du die Zeit und Energie möglicherweise besser dort investieren. Es muss etwas geben, das den zusätzlichen Kanal rechtfertigt, wie z.B. Entrepreneurship. Du solltest bereit sein, deine ehrliche Meinung zu äußern, denn eine klare Haltung weckt Interesse und Austausch. Sei dir aber immer bewusst: Mit Personal Branding riskierst du natürlich, zu polarisieren.

Als Personal Brand riskiert man bewusst, zu polarisieren – und fördert damit den Dialog.

Brand-Eigenschaften und Überlegungen zum Einstieg

Anhand dieser Gliederung und den enthaltenen Fragestellungen kannst du dich orientieren:

Status Quo

  • Wie werde ich aktuell wahrgenommen?
  • Was sind meine Themen?
  • Wozu werde ich als Experte befragt?
  • Bin ich ein Vordenker?
  • Habe ich Nischen-/Insiderwissen?
  • Bin ich bereit, mein Wissen öffentlich zu teilen?

Eine Keywordrecherche hilft bei der konkreten Benennung der Themen und lässt sich mit gängigen Tools von Suchmaschinen- oder Monitoringsoftware-Anbietern durchführen. Dein eigenes Motto zu formulieren, ist ebenfalls eine sinnvolle Maßnahme.

Zielsetzung

Mögliche Ziele:

  • Erhöhte Sichtbarkeit
  • Generierung von Anfragen (Interviews, Vorträge, Diskussionen)
  • Direktes Feedback / Positionierung als nahbarer Ansprechpartner
  • Steigerung der Reputation

Diese Ziele müssen anschließend noch in messbare Größen übersetzt werden, damit sie überprüfbar sind.

Schönes Beispiel für direktes Feedback zu Kritik: Elon Musk (Tesla).

Zielgruppe

  • Vom wem möchte ich wahrgenommen werden?
  • Mit wem möchte ich selbst aktiv in den Dialog treten?
  • Auf welchen Netzwerken sind diese Menschen aktiv?

Davon abhängig ist die Entscheidung, auf welchen Kanälen du aktiv wirst. Twitter, Xing, Insider oder doch ein eigener Blog?

Longreads verfassen

Als Experte kann man seine Expertise nicht immer mit maximal 280 Zeichen formulieren. Deshalb solltest du dir die Zeit nehmen, ab und an einen längeren Beitrag zu verfassen und zu veröffentlichen. Das muss nicht jede Woche passieren, aber eben regelmäßig. Ob du diesen Beitrag dann auf Medium, einem eigens angelegten Blog, als Gastbeitrag in einem Branchenmedium oder eingebettet in die Firmenwebsite bringst, hängt von der Herangehensweise ab. Wichtig ist, dass du einen Ort hast, um deine Beiträge zu veröffentlichen.

Screenshot Website Ralf Kölbach

Ein Beispiel für einen persönlichen Blog, den meine Kollegen aus dem 247GRAD-Interactive-Team umgesetzt haben: Dr. Ralf Kölbach

Reaktionszeit anpassen

Es bringt nichts, wenn ein Unternehmenschef ausschließlich postet, aber nie in den Dialog tritt. Mindestens einmal am Tag müssen die eigenen Kanäle überprüft werden und, wo nötig, auch auf Beiträge geantwortet werden. Zudem bist du nicht alleine: Dadurch, dass du anderen Seiten und Persönlichkeiten folgst, deren Inhalte liest, teilst und/oder kommentierst, schaffst du dir ein Netzwerk. Also: in jedem Fall Beiträge von anderen Nutzern aufgreifen und verlinken, bzw. diese Personen erwähnen. Jeder teilt gerne einen Blogbeitrag, in welchem sie/er lobend erwähnt wird. Du musst dich also als Chef selbst für Social Media interessieren, sonst wird es nichts.

Als Vorstand muss ein eigenes Interesse an Social Media da sein, sonst nützt die beste Personal-Branding-Strategie nichts.

Trends und Veranstaltungen nutzen

Aktuelle Themen (z.B. aus den Twitter-Trends) und Events eignen sich hervorragend, um neue Menschen zu erreichen, deinen Kreis zu erweitern und Personal Branding erfolgreich zu betreiben. Also den entsprechenden Hashtag nutzen und mitdiskutieren. Gast auf dem Branchenkongress? Darüber sprechen und seine Erkenntnisse weitergeben. Speaker auf der Branchen-Leitmesse? Fragen per Twitter entgegennehmen und am Ende die Folien teilen. So baust du dir Stück für Stück ein Netzwerk auf.

Dabei darf es auch mal persönlich werden: Nicht nur bierernste Themen sollten Platz finden, sondern gelegentlich auch eigene (semi-private) Erlebnisse am Rande. Beispiel? Mirko Kaminski (achtung!) macht das vorbildlich. Auffällig: Er zeigt auf den Fotos häufig sein Gesicht.

Veranstaltungen eignen sich perfekt, um als Chef in Social Media aktiv zu werden.

Mutig sein!

Das Wichtigste: Mutig sein und dazulernen. Wenn du zu Beginn Unterstützung benötigst, kann natürlich jemand aus dem Team als interne Ressource unterstützen, oder du arbeitest mit einer Agentur zusammen. Ansonsten: Freundlichkeit bewahren und weitermachen!

Wer macht Personal Branding aus deiner Sicht vorbildlich, hast du noch ein gutes Beispiel?

Autor

Gerrit Müller

Gerrit Müller
Head of Client Services

Gerrit ist der Ansprechpartner für unsere Kunden. Er hält den Social-Media-Grind am rollen wie Skateboarder.

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