Schaltet ihr bereits B2B Ads über LinkedIn, Google oder Meta? Dann kann Amazon DSP euren Media-Mix um eine wertvolle Perspektive erweitern: Shopping-, Browsing- und Streaming-Signale. Wann das besonders sinnvoll ist und welchen zusätzlichen Nutzen Amazon DSP bieten kann, zeigen wir euch im Artikel.
Wer an Werbung bei Amazon denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an gesponserte Produkte in den Suchergebnissen. Doch das Werbeökosystem von Amazon geht inzwischen deutlich darüber hinaus. Mit der Amazon Demand-Side Platform – kurz Amazon DSP – können Unternehmen Display-, Video-, Streaming-TV- und Audio-Werbung programmatisch ausspielen. Und zwar nicht nur auf Amazon selbst, sondern beispielsweise auch auf Prime Video, Twitch sowie auf Websites und in Apps externer Publisher.
Das macht Amazon DSP auch für Unternehmen interessant, die gar nichts über Amazon verkaufen. Auch wenn Amazon DSP für euch bisher wegen hoher Mindestbudgets nicht infrage kam, kann sich ein neuer Blick lohnen. Der von Amazon betreute Managed Service setzt in der Regel nämlich ein Mindestbudget von 50.000 US-Dollar voraus. Auch viele spezialisierte Agenturen arbeiten erst ab größeren Budgets. Über uns könnt ihr Amazon DSP hingegen jetzt mit einem deutlich kleineren Budget testen und herausfinden, ob die Plattform zu euerem Media-Mix passt.
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Was macht Amazon DSP für B2B besonders?
Google weiß ziemlich gut, wonach Menschen suchen. Meta kennt viele ihrer Interessen und Interaktionen. LinkedIn besitzt wertvolle Informationen über ihren beruflichen Kontext.
Und Amazon?
Amazon verfügt über eigene Signale dazu, was Menschen suchen, ansehen, vergleichen, kaufen und streamen. Hinzu kommen kontextuelle Signale sowie – je nach Kampagnen-Setup – Daten des Werbetreibenden und weitere Zielgruppendaten.
Unter anderem können Produkt- und In-Market-Signale genutzt werden, um Menschen zu erreichen, die bestimmte Produkte gesucht oder angesehen haben, sich mit verwandten Produkten beschäftigen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit gerade in einer bestimmten Kategorie „in market“ sind. Gerade für B2B kann das spannend sein.
Natürlich steht bei Amazon nicht: „Diese Person ist Einkaufsleiterin eines mittelständischen Produktionsunternehmens.“ Das Verhalten kann jedoch zusätzliche Hinweise liefern, zum Beispiel:
- „Diese Person beschäftigt sich wiederholt mit professionellem Werkzeug, Betriebsausstattung und Messtechnik.“
- „Diese Person sucht nach Barcode-Scannern, Etikettendruckern und Versandmaterial.“
- „Diese Person beschäftigt sich intensiv mit Netzwerkhardware, Speichersystemen oder professioneller IT-Peripherie.“
Solche Signale ersetzen keine klassischen B2B-Merkmale wie Jobtitel, Branche oder Unternehmensgröße. Sie können aber eure Zielgruppendefinition und -ansprache um folgende Perspektive ergänzen: Wer zeigt gerade Verhalten, das zu einem konkreten Bedarf passen könnte?
Außerdem hat Amazon 2026 ein paar Punkte in seinem Ökosystem umgestellt, die euch entgegenkommen:
- Das Self-Service-Mindestbudget fällt weg
- Einführung von Brand+ und Performance+ (Amazons KI-gesteuerte, weitgehend automatisierte Kampagnentypen innerhalb der DSP)
- Umstellung des Attributionsmodells, sodass eine breitere Messung möglich ist
Amazon DSP, Google, Meta oder LinkedIn: Was weiß die Plattform über meine B2B-Zielgruppe?
Die Plattformen arbeiten also mit unterschiedlichen Signalen zu B2B-Zielgruppen.
| Plattform | Besonders wertvolle Signale |
|---|---|
| Suche, Keywords und konkreter Informationsbedarf | |
| Meta | Interessen, Interaktionen und Social-Media-Verhalten |
| Jobtitel, Branche, Unternehmen und beruflicher Kontext | |
| Amazon DSP | Shopping-, Browsing-, Produkt-, In-Market- und Streaming-Signale |
Vereinfacht gesagt:
- LinkedIn: „Wer ist diese Person beruflich?“
- Google: „Wonach sucht diese Person gerade?“
- Amazon: „Mit welchen Produkten, Kategorien und Inhalten beschäftigt sich diese Person?“
Amazon DSP muss LinkedIn und Google deshalb nicht ersetzen, denn gerade im B2B kann die Kombination dieser Signale spannend sein.
Warum ist Amazon DSP gerade für B2B interessant?
Beim B2B-Targeting denken wir häufig zuerst an Branche, Unternehmensgröße oder Jobtitel.
Das ist sinnvoll – aber nicht die einzige Möglichkeit. Gerade wenn ein beruflicher Bedarf mit Produkten, Technologien oder konkreten Themen verbunden ist, können zusätzliche Verhaltens- und Kaufsignale interessant werden.
Amazon DSP ist deshalb besonders spannend für B2B-Unternehmen, wenn sich ihre potenziellen Kund:innen mit Produktwelten beschäftigen, die einen nachvollziehbaren Bezug zum eigenen Angebot haben.
Wie das konkret aussehen kann, zeigen die folgenden Beispiele.
Beispiel 1: Werkstattausrüstung und Automotive Aftermarket
Ein Hersteller von Diagnosegeräten, Werkstatttechnik oder Fahrzeugteilen möchte Werkstätten und technisch affine Entscheider:innen erreichen.
Welche Signale könnte Amazon liefern?
Relevant könnten beispielsweise Personen sein, die:
- nach Diagnosegeräten oder verwandter Werkstattausrüstung suchen,
- entsprechende Produkte oder Kategorien ansehen,
- regelmäßig professionelles Werkzeug kaufen oder betrachten,
- sich mit ergänzenden Automotive-Produkten beschäftigen,
- oder aktuell verstärkt Aktivität in passenden Produktkategorien zeigen.
Amazon kann dafür Shopping-, Such-, Browsing- und In-Market-Signale zusammenführen.
Was ist daran spannend?
Eine klassische LinkedIn-Kampagne könnte beispielsweise Personen aus Automotive-Unternehmen oder mit bestimmten beruflichen Funktionen adressieren. Amazon DSP ergänzt eine andere Ebene: Zeigt eine Person gerade tatsächlich ein Verhalten, das zu Werkstatt, Reparatur oder technischer Ausstattung passt?
Die Kombination kann deshalb interessant sein:
LinkedIn: Wer ist die Person beruflich?
Amazon DSP: Welche produktnahen Interessen oder aktuellen Bedarfsindikatoren zeigt sie?
Gerade für Hersteller, Großhändler und Marken im Automotive Aftermarket kann das einen zusätzlichen Zugang zur Zielgruppe schaffen.
Beispiel 2: Logistik, Versand und E-Commerce-Infrastruktur
Ein Logistikdienstleister oder Anbieter von Fulfillment-Lösungen möchte wachsende Onlinehändler erreichen. Das Problem: „E-Commerce-Verantwortliche“ lassen sich zwar beruflich targeten – aber nicht jeder davon beschäftigt sich gerade mit Versandprozessen oder Skalierung.
Welche Amazon-Signale könnten interessant sein?
Beispielsweise Aktivität rund um:
- Versandkartons und Verpackungsmaterial,
- Etikettendrucker,
- Thermoetiketten,
- Barcode-Scanner,
- Lager- und Organisationssysteme,
- Versandwaagen,
- oder andere Produkte, die typischerweise im Versand- und E-Commerce-Umfeld eingesetzt werden.
Ein einzelner Kauf sagt natürlich noch nicht: „Hier steckt ein wachsender Onlineshop dahinter.“ Wenn jedoch mehrere relevante Shopping-, Browsing- und In-Market-Signale zusammenkommen, können sie zusätzliche Hinweise auf ein aktuelles Themeninteresse liefern.
Was ist daran spannend?
Ein Fulfillment-Anbieter möchte eine Kampagne zum Thema: „Ab wann lohnt sich Outsourcing eurer Logistik?“ schalten. LinkedIn könnte passende Funktionen und Branchen ansprechen. Amazon DSP könnte ergänzend Personen erreichen, deren aktuelles Verhalten auf Beschäftigung mit Versand, Lager oder E-Commerce-Infrastruktur hindeutet.
So entsteht ein Targeting, das berufliche Relevanz und aktuellen Bedarf aus unterschiedlichen Quellen zusammendenkt.
Beispiel 3: B2B-Tech und IT-Hardware
Auch für Technologieanbieter kann Amazon DSP interessant werden – vor allem dann, wenn das Angebot einen klaren Bezug zu Hardware oder technischer Infrastruktur besitzt. Nehmen wir einen Anbieter von Netzwerk- oder IT-Infrastruktur.
Welche Amazon-Signale könnten interessant sein?
Zum Beispiel Aktivität rund um:
- Netzwerkhardware,
- Router und Switches,
- professionelle Speicherlösungen,
- NAS-Systeme,
- Monitore und Peripherie,
- Server- und IT-Zubehör,
- oder weitere technisch verwandte Kategorien.
Was ist daran spannend?
Der Kauf eines Routers macht niemanden zum IT-Leiter. Amazon-Signale sollten deshalb nicht mit Firmographics verwechselt werden. Spannend wird es, wenn sie als zusätzliche Intent-Ebene eingesetzt werden.
Eine mögliche Strategie wäre:
LinkedIn: Ansprache bestimmter IT-Funktionen und Unternehmensgrößen.
Google Search: Abfangen konkreter Nachfrage nach einer Lösung.
Amazon DSP: Zusätzliche Reichweite bei Personen mit relevanten Technologie-, Produkt- und In-Market-Signalen.
Die Kanäle beantworten damit unterschiedliche Fragen – und können sich gerade deshalb gut ergänzen.
Beispiel 4: Hersteller möchte einen neuen B2B-Markt erschließen
Ein Hersteller verkauft bisher erfolgreich an eine bestimmte Branche und möchte prüfen, ob sein Produkt auch für angrenzende Einsatzgebiete interessant ist. Amazon DSP kann hier nicht nur für die Ausspielung interessant sein, sondern auch für den Blick auf Zielgruppen.
Angenommen, ein Hersteller von Messgeräten vermutet, dass sein Produkt neben klassischen Industriekunden auch für andere technische Anwender relevant sein könnte.
Welche Amazon-Signale könnten interessant sein?
- Produktkategorien, mit denen sich relevante Zielgruppen beschäftigen,
- verwandte Produkte,
- aktuelle In-Market-Aktivitäten,
- Interessen,
- Browsing-Verhalten,
- und Überschneidungen mit anderen Zielgruppensignalen.
Was ist daran spannend?
Dadurch können neue Hypothesen entstehen:
Welche angrenzenden Produktwelten sind interessant?
Welche Zielgruppen reagieren auf unsere Kommunikation?
Wo entstehen neue potenzielle Use Cases?
Amazon DSP wird damit nicht nur zu einem Reichweitenkanal, sondern kann Teil eines datengetriebenen Testansatzes werden.
Beispiel 5: B2B-Marke möchte mehr Reichweite als LinkedIn allein liefert
Ein Hersteller hat eine sehr klar definierte B2B-Zielgruppe und nutzt bereits erfolgreich LinkedIn. Das Problem: Die Zielgruppe sieht die Marke fast ausschließlich innerhalb dieses einen beruflichen Umfelds. Hier kann Amazon DSP eine andere Rolle übernehmen.
Denkbarer Ansatz
LinkedIn wird weiterhin für präzise berufliche Ansprache genutzt. Über Amazon DSP kann die Marke zusätzlich relevante Zielgruppen über:
- Display,
- Online Video,
- Streaming-TV,
- Audio,
- Websites,
- Apps,
- Prime Video,
- oder Twitch
erreichen.
Dabei können Amazon-Signale helfen, die zusätzliche Reichweite auf Menschen mit passenden Interessen oder Verhaltensmustern zu konzentrieren. Die Marke begegnet der Zielgruppe damit nicht nur im LinkedIn-Feed, sondern auch in anderen Nutzungssituationen. Gerade für B2B-Awareness und Markenaufbau kann das interessant sein.
Denn auch B2B-Entscheider:innen verbringen ihren Tag schließlich nicht ausschließlich auf LinkedIn.
Und wann bringt Amazon DSP im B2B eher wenig zusätzlichen Nutzen?
Auch hier hilft der Blick auf die vorhandenen Signale.
Beispiel 1: Sehr spezielle Software für eine einzelne Berufsrolle
Ein SaaS-Anbieter möchte ausschließlich: Compliance-Leiter:innen deutscher Banken mit mehr als 1.000 Beschäftigten erreichen.
Amazon kann zwar relevante Interessen und Verhaltensweisen erkennen. Aber Shopping- oder Streaming-Verhalten liefert in diesem Fall keinen ausreichend direkten Hinweis darauf, ob jemand tatsächlich diese konkrete Funktion in einem entsprechenden Unternehmen ausübt. LinkedIn oder Account-Based-Marketing-Ansätze liegen näher an der Aufgabenstellung.
Amazon DSP kann später für zusätzliche Awareness interessant werden – wäre aber wahrscheinlich nicht der erste Targeting-Hebel.
Beispiel 2: Hochspezialisierte Industrieanlage mit wenigen hundert potenziellen Unternehmen
Ein Maschinenbauer verkauft eine Produktionsanlage für mehrere Millionen Euro. Deutschlandweit existieren vielleicht nur 200 Unternehmen, für die sie überhaupt relevant ist. Hier ist die entscheidende Information nicht: „Interessiert sich jemand für industrielle Themen?“ Sondern: „Arbeitet diese Person bei einem unserer 200 Target Accounts und ist sie an der Kaufentscheidung beteiligt?“ Eine gezielte Account-Based-Marketing-Strategie kann deshalb zunächst geeigneter sein.
Amazon DSP wird wieder interessanter, sobald der Hersteller beispielsweise breitere Awareness innerhalb bestimmter technischer Zielgruppen aufbauen möchte.
Beispiel 3: Es existiert bereits ein extrem starkes Search-Signal
Ein Anbieter von Industrietoren möchte Nachfrage generieren. Menschen suchen bereits nach: „Industrietor Hersteller“, oder: „Schnelllauftor Industrie kaufen“. Google Search liefert hier ein unmittelbareres Intent-Signal. Deshalb wäre Search wahrscheinlich einer der ersten Kanäle.
Das schließt Amazon DSP aber nicht aus. Eine sinnvolle Kombination könnte beispielsweise sein:
Amazon DSP: frühzeitig Awareness bei relevanten produktnahen Zielgruppen schaffen.
Google Search: vorhandene konkrete Nachfrage abfangen.
Amazon DSP muss also nicht besser sein als Search – es kann früher in der Customer Journey eine andere Aufgabe übernehmen.
Drei beispielhafte B2B-Media-Mixe
| Use Case | Amazon DSP | ||
|---|---|---|---|
| B2B-Hersteller | Entscheider:innen aus relevanten Branchen und Funktionen erreichen | Zusätzliche Zielgruppen mit relevanten Produkt-, Shopping- und In-Market-Signalen aufbauen und über Video oder Display erreichen | Konkrete Nachfrage nach Produkt oder Lösung abfangen |
| Logistik- oder Fulfillment-Anbieter | E-Commerce-, Operations- und Logistik-Funktionen ansprechen | Zusätzliche Bedarfssignale rund um Versand-, Lager- und E-Commerce-Infrastruktur nutzen | Menschen erreichen, die aktiv nach Fulfillment- oder Versandlösungen suchen |
| Automotive- oder Werkstattmarke | Großhandel, Werkstattketten oder relevante professionelle Funktionen adressieren | Produktnahe Zielgruppen anhand von Automotive-, Werkzeug- und In-Market-Signalen erreichen | Konkreten Informations- und Produktbedarf abfangen |
So übernimmt jeder Kanal die Aufgabe, für die seine Signale besonders wertvoll sind.
Fazit: Amazon DSP ist mit der richtigen Strategie nicht nur etwas für riesige Budgets!
Ist Amazon DSP nur was für große Budgets? Nicht zwingend – aber Budget, Datenbasis und Kampagnenziel sollten zur Plattform passen. Amazon bietet sowohl Self-Service- als auch Managed-Service-Zugänge zur DSP an. Für den direkt von Amazon betreuten Managed Service nennt Amazon in der Regel einen Mindest-Media-Spend von 50.000 US-Dollar, wobei der konkrete Betrag je nach Land variieren kann. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jede Amazon-DSP-Kampagne mindestens 50.000 US-Dollar kosten muss. Es zeigt aber, dass die Plattform besonders für umfangreichere programmatische Mediastrategien interessant ist.
Wer bereits relevante Budgets über mehrere Plattformen verteilt, sollte deshalb durchaus prüfen, ob Amazon DSP einen zusätzlichen strategischen Hebel bieten kann. Wie gesagt: Wir sind als Agentur für das Amazon DSP-Netzwerk freigeschaltet und deshalb könnt ihr jetzt auch in einem überschaubaren Umfang in die Plattform einsteigen.
Amazon DSP ist nicht einfach „Amazon-Werbung“. Für B2B-Marken liegt ein spannender Teil des Potenzials darin, berufliche Zielgruppen um Verhaltens- und Bedarfssignale zu ergänzen.
Dabei gilt immer: Ein Signal ist noch kein Beweis. Ein Werkzeugkauf macht niemanden automatisch zum Handwerker. Ein Barcode-Scanner macht niemanden automatisch zum E-Commerce-Verantwortlichen. Aber mehrere relevante Shopping-, Browsing-, Produkt- und In-Market-Signale können eine zusätzliche, interessante Ebene schaffen.
Und genau darin liegt für euch der spannendste Ansatz. Stellt euch die Frage: „Was weiß die eine Plattform über unsere Zielgruppe – und welche zusätzliche Information kann Amazon liefern?“
Wenn beide Plattformen unterschiedliche relevante Antworten liefern, muss man sich möglicherweise gar nicht zwischen ihnen entscheiden. Meldet euch, wenn das für euch interessant klingt. Wir begleiten eure Reise auf Amazon DSP!