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20.02.2017 . Social Media Marketing . Gerrit Müller

Ello, Beme, Vero – Warum wird Facebook nicht abgelöst?

Facebook ist ein Platzhirsch. Warum setzt sich kaum mehr ein neues Social Network durch?

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In unserem Büro-Skypechat schreibt der Kollege Henry, dass er ein neues Social Network gesehen hat. „Vero“ heißt es, „True Social“ soll es sein, die Revolution. Ob es jemand schon nutzt, fragt er.

Es gibt wieder eine neue Social App

Die meisten haben noch nie von Vero gehört, und das in einer Social-Media-Agentur. Skandal! Es gibt keine Webversion, man muss sich eine App für iOS oder Android runterladen. Videolastig soll es sein. In einem Blog findet sich das „Geschäftsmodell“: Das Netzwerk soll werbefrei bleiben, dafür soll irgendwann eine Monatsgebühr von den Nutzern bezahlt werden. Kennt man schon. Das Interesse ebbt recht schnell ab.

Ich fühle mich an Ello erinnert, vor drei Jahren gestartet als das unabhängige, werbefreie Anti-Facebook, ohne Datenweitergabe und mit Pseudonymen, runtergebrochen aufs Westenliche. Super Idee finde ich, ehrlich! Einige Leute, vorrangig aus der Medienbranche, haben sich angemeldet, zwei Mal ein Toastbrot-Emoji gepostet und das wars. Es findet keine Interaktion statt, weil die Freunde nicht da sind. Es ist eben doch Facebook, nur etwas abgewandelt, warum also mühsam wechseln und noch das eigene Umfeld anwerben? Ich wage das Experiment und logge mich nochmal ein: Ich werde zuerst gezwungen, drei Themen zu markieren, die mich interessieren und kann unter anderem wählen zwischen „Art“, „GIFs“ und „Cannabis“. Als ich auf „Weiter“ klicke, folge ich auf einmal dreißig Accounts, die ich nicht kenne. Irgendwie unangenehm. Bei der Twitter-Anmeldung bekommt man auch Accounts zum Starten vorgeschlagen, aber nicht aufgezwungen. Ich entfolge ihnen also allen wieder und gucke dann nochmal im Herbst rein, ob es was neues gibt.

Matze aus der Entwicklung erinnert sich an Beme zurück (gefühlt zehn Nutzer in Deutschland) und recherchiert kurz über Wikipedia, dass die Firma von CNN gekauft wurde. Das Produkt wurde direkt eingestampft, das Team wurde an ein anderes Projekt gesetzt. „Jungs, ist ja ganz nett was ihr da gemacht habt, ihr habts drauf, aber jetzt macht doch bitte mal was Vernüftiges“ oder wie? Unser Marketingchef Lars sagt: „Beme war glaube ich wie bei allen Pseudo-Netzwerken: Hatte nen Invite und nachdem wochenlang Matze der einzige war, den ich kannte, ist das Ding wieder vom iPhone geflogen.“

Facebook ist tot?

Der Glaube an die große Revolution der Social Networks schwindet. Facebook ist tot? Bestimmt nicht:

Kommt das nächste große Ding?

Ich denke, es ist möglich, neue Netzwerke zu etablieren. Das passiert ja auch: Reddit zum Beispiel. Das ist aber eher die Reinkarnation des Forums (Bulletin Board) und keine Alternative zu Facebook. Muss es das überhaupt geben? Wahrscheinlich ja, die Diskussion über Fake News ist allgegenwärtig. Vereinzelt melden sich Einzelne, begleitet von einem markantem Statement, dort ab und kehren dann ein paar Monate später heimlich wieder zurück. Wenn man fragt, kommt als Antwort: „Ich bin nur bei Facebook, weil…“.

Ist noch nicht die richtige Alternative gekommen oder ist Facebook einfach zu riesig?

Autor

Gerrit Müller

Gerrit Müller
Head of Client Services

Ich bin unterwegs in Sachen Social Media. Bei 247GRAD bin ich für den Kundenkontakt und kaufmännische Angelegenheiten zuständig und kümmere mich um die Außendarstellung der Agentur.

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