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13.02.2017 . Allgemein . Yannis Knoll

eSports – Die Sportart der Zukunft

Warum man sich als Unternehmen mit Computerspielen befassen sollte

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Das Thema eSports ist für viele noch ein Geheimnis. Es lohnt sich allerdings, sich als Unternehmen mit dem Thema zu befassen. Zum Einstieg klären wir die wichtigsten Fragen:

Was ist eSports überhaupt?

Als eSports bezeichnet sich das kompetitive Spielen von Computer- und Videospielen im Mehrspielermodus. Dies erfordert sowohl motorische Fertigkeiten als auch taktisches Verständnis. eSports versteht sich als eigene Sportdisziplin, wird aber in Deutschland offiziell noch nicht als eigene Sportart anerkannt.

Und was spielt man da eigentlich so?

Die beliebtesten Games sind Counter Strike: Global Offensive (kurz CS:GO), League of Legends (LoL), Defense of the Ancient 2 (Dota2) und Hearthstone. CS:GO ist ein Taktischer First-Person-Shooter (FPS), LoL und Dota2 sind Massive Online Battle Arena (MOBA)-Games und Hearthstone ist ein Kartenspiel.

Und was macht man jetzt genau in so einen „taktischen First-Person-Shooter“?

Im Fall von Counter-Strike:Global Offensive spielen zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander, das eine Team sind die Terroristen (die Bösen) und das andere Team die Anti-Terroristen (die Guten).

In den Teams gibt es nun verschiedene Rollen für die einzelnen Spieler der Teams. Es gibt den Awper (Scharfschüze), Entry Fragger (derjenige, der als erstes ins von den Gegner besetzte Gebiet eindringt), Rifler (spielt mit einem Sturmgewehr, wie die meisten Spieler des Teams aber er legt seinen Schwerpunkt nur drauf nicht auf Nebenfunktionen), Lurker/Flanker (schleicht herum und versucht die Gegner zu flankieren oder von hinten zu erwischen), Supporter (legt seinen Schwerpunkt auf das Werfen von taktischen Granaten). Zu guter Letzt, der IGL bzw. InGame Leader (der Spielleiter), er koordiniert sein Team und legt die Taktik für die Runde fest.

Nun werdet ihr eventuell bemerkt haben, dass es sich hier jedoch um sechs Rollen handelt. Das stimmt und macht auch einen Sinn, da je nach Taktik ein Spieler seine Rolle ändern kann, z.B. oft wird der Lurker zum Supporter und hilft seinem Team vorzudringen. Die Rollen werden auch nicht vom Spiel selbst festgelegt, sondern im Team abgesprochen, bzw. geht dies meistens automatisch ab einem gewissen Niveau.

Für die Terroristen ist nun das Ziel eine Bombe zu platzieren, dafür gibt es zwei zur Auswahl stehende Ziele, Bombenplatz A und Bombenplatz B. Um zu diese Bombenplätzen zu gelangen gibt es meist mehrere Wege, zumeist einen kurzen und einen langen. Nun müssen sich die Terroristen eine Taktik für die Runde überlegen, das heißt A oder B? Kurz oder Lang? Alle fünf Spieler zusammen lang oder zwei lang und drei kurz?

Es gibt viele verschiedene Taktiken, dazu kommen dann noch die verschiedenen taktischen Granaten. Es gibt eine Rauchgranaten, Blendgranaten, Brandgranaten, Täuschungsgranaten, sowie eine normale Granate welche Schaden beim Explodieren verursacht.

Die Anti-Terroristen warten nun schon auf die Ankunft der Terroristen dazu haben sich die fünf Anti-Terroristen mit je zwei auf A und B, sowie einem in der Mitte aufgeteilt. Nun hört der in der Mitte Schritte die sich auf A zubewegen und meldet dies umgehend dem Team. Das Team nutzt diese Information um sich neu zu formieren und die Terroristen eventuell von hinten zu attackieren, wobei sich die Anti-Terroristen welche schon auf dem Bombenplatz A sind bereit zum Feuern machen und der Awper visiert an. Des weiteren versuchen sie jetzt, die Terroristen mit Taktischen Granaten (Blend-/Täuschungsgranate) zu verwirren bzw. den Weg zu blockieren (Brand-/Rauchgranate).

Dennoch schaffen die Terroristen es zur Bombenplattform zu gelangen und die beiden auf A postierten Anti-Terroristen auszuschalten. Sie platzieren die Bombe, verstecken sich und warten auf die Ankunft der Anti-Terroristen, für die es nun die Bombe zu entschärfen gilt.

Der Anti-Terroristen IGL positioniert sein Team an verschieden Stellen sodass sie gleichzeitig von verschiedenen Seiten angreifen können. So passiert es nun auch, der Supporter schmeißt eine Blendgranate auf A, die Terroristen sind geblendet.
Dies nutzen die Anti-Terroristen umgehend und stürmen das von den Terroristen besetzte Gebiet, innnerhalb von wenigen Sekunden sind alle Terroristen ausgeschaltet und die Anti-Terroristen entschärfen die Bombe.

Schon geht die nächste Runde los, neue Runde, neue Taktik, neues Glück.

Und wie funktioniert ein Spiel wie League of Legends?

LoL ist ein MOBA (Massive Online Battle Arena) Spiel, in diesen Spielen kämpfen Helden mit Hilfe von magischen Fähigkeiten (Skills) gegeneinander, zu meist 5 gegen 5. Dabei hat jeder Held (in LoL Champions genannt) seine eigene Position bzw. sein eigenes Gebiet, in dem er gegen die Gegner vordringen soll. Diese Gebiete sind im Regelfall als „Lanes“ (Wege) aufgebaut. Zur Verdeutlichung ist dieses Bild des Spielfeldes von LoL sehr hilfreich.

Auch in LoL gibt es verschiedene Rollen, welche hier Klassen genannt werden. Es gibt den Carry, welche der spielentscheidendeste Champion ist da er den Hauptschaden austeilt. Beim Carry wird noch in AD-Carry (Attack Damage das heißt Angriffsschaden, also der Schaden der mit normalen Angriffen ausgeteilt wird) und AP-Carry (Attack Power zu Deutsch, Fähigkeitenstärke also der Schaden der durch Skills ausgeteilt wird) unterteilt.

Eine weitere Klasse ist der Supporter, als Supporter bezeichnet man Champions, die ihr Team durch bestimmte Fähigkeiten und Items unterstützen oder heilen.

Weiter gibt es den Tank, er ist derjenige der versucht den Schaden auf sich zu lenken und für das Team abzufangen da er viel Rüstung und viel Lebenspunkte besitzt.

Auch gibt es den Assassinen, welcher eher aus dem Hinterhalt agiert und meist die Position des „Jungler“ übernimmt. Er spielt im „Jungle“ (Wald) der Karte und hilft seinem Team durch sogenanntes „Ganken“ (d.h. Angreifen aus dem Hinterhalt).

Die Aufteilung ist in der Regel, ein Champion jeweils auf der Top Lane, im Jungle und auf der Mid Lane, sowie zwei Champions auf der Bot Lane.

Von dem jeweiligen Nexus der Teams werden automatisch „Creeps“ (Kleine 5er Kampf Trupps, auch Vasallen genannt) ausgesandt, jeweils ein Trupp pro Lane, der die Champions auf ihren Lanes unterstützen.

Hierbei ist noch das sogenannte „Lasthitten“ zu erwähnen, das heißt, den letzten Schlag auf einen Creep auszuüben, bevor dieser keine Lebenspunkte mehr hat. Das Lasthitten gegnerischer Creeps bringt den Champions nämlich Geld, mit welchem sie sich „Items“ (alles von Schuhen über Waffen bis hin zu magischen Tränken) im Shop kaufen können.

Die Champions bekommen allerdings auch jede Sekunde Gold, also ein regelmäßiges Einkommen von ca. 1,4 Gold / Sekunde. Auch durch das Ausschalten von gegnerischen Champions wird man natürlich mit Gold belohnt, da ist es sogar eine ganze Menge.

Ziel der Champions ist es nun auf ihrer jeweiligen Lane vorzudringen und die Verteidigungstürme des Gegners zu zerstören, damit sie zum gegnerischen Inhibitor vordringen können, wenn sie den auf einer Lane zerstört haben, bekommen sie auf dieser Lane einen Supercreep zur Verstärkung. Das nächste Ziel ist jetzt die Zerstörung des Nexus und damit auch das Endziel, wenn der Nexus gefallen ist, ist das Spiel gewonnen (bzw. verloren für die Gegner).

Ist eSports in Deutschland denn überhaupt ein Thema?

Ja, durchaus. Es finden sehr viele Turniere in Deutschland statt, es gibt deutsche eSports Ligen, z.B. die Electronic Sports League (ESL), das größte eSports Unternehmen von allen. Außerdem richtet die ESL Events aus, wie zum Beispiel die ESL One. Auch die Gamescom, eine rießige Messe für Computer- und Videospiele, ist ein internationaler Treffpunkt für Gamer. Über drei Tage verteilt hatte die Gamescom 2016, 345.000 Besucher.

Und was für Unternehmen stecken eigentlich hinter dem Thema eSports?

Hier einige Beispiele für in eSports involvierte Unternehmen:

Twitch ist eine Streaming-Plattform, dort zeigen „Streamer“ live wie sie spielen und auch ihr Gesicht mit einer Kamera am Rand des Videos. Dort werden dann eSports Turniere, aber auch normales Gameplay von allen möglichen Spielen gezeigt. Den Wert einer solchen Plattform zeigt der Kauf durch Amazon für 730 Mio. €.

Valve ist ein Game Publisher (ein Videospiel-Unternehmen) welche die Spiele Counter Strike: Global Offensive und Dota2 rausgebracht haben und somit zwei der beliebtesten Spiele im eSports. Mittlerweile organisieren sie auch eSport-Events.

Razer aus dem Gebiet Tools & Equipment, ist weltweit führender Anbieter für Computerzubehör und sein Solgan ist „For Gamers. By Gamers“ (also von Spielern für Spieler).

Außerdem dazu, ist noch ganz interessant wer eigentlich so als Sponsor unterwegs ist im eSports Geschäft:

Wüstenrot & Würtembergische Gruppe (W&W) verlängert momentan seine erfolgreiche Partnerschaft mit der ESL auf weitere 3 Jahre. Sie sind der Hauptsponsor der ESL Meisterschaft.

Audi ist Sponsor von Astralis, ein CS:GO Team, welches am 29.01.2017, dem letzten Spieltages des CS:GO Major Turnier in Atlanta 500.000$ gewonnen hat.

Auch Fußballvereine haben mittlerweile eigene eSports-Teams: Der FC Schalke 04 besitzt ein League of Legends-Team, der VFL Wolfsburg hat einen FIFA-Spieler unter Vertrag und der FC Kopenhagen schickt ein eigenes Counter-Strike:Global Offensive-Team ins Rennen.

Seit wann gibt es eigentlich schon eSports?

Dazu ist es am einfachsten eine kurze Übersicht zur Entwicklung des eSports zu geben.

  • Das erste Videospiel Turnier wurde 1980 von Atari organisiert, das gespielte Spiel war „Alien Invaders“ und es gab über 10.000 Teilnehmer.
  • 1997 wurden dann beim „Quake“ (Ein First Person Shooter, d.h. man spielt in der Ego-Perspektive) mit einem Ferrari als Gewinn erste Maßstäbe in Sachen Preisgeld gesetzt, Dennis Fong mit dem Spielername „Tresh“ durfte diesen nach dem Turnier dann nach Hause fahren.
  • Im Jahr 2000 wurde die erste Version von Counter Strike von Vavle veröffentlicht, welches sich immer mehr als meist gespielter Shooter etablierte und somit nach und nach Quake ablöste.
  • 2003 wurde dann das erste professionelle Counter-Strike (Version 1.6)-Team mit dem Namen SK Gaming Sweden offiziell gegründet und bald darauf gab es auch schon den ersten richtigen Spielertransfer.
  • Ab 2006 gab es zum Ersten mal eSports im Fernsehen, mit Infos und Diskussionen rund um die Games sowie auch Übertragungen von Turnieren.
  • 2007 wurde der eSport sehr hart von der Wirtschaftskrise getroffen und es fanden erstmal keine Turniere mehr statt.
  • 2009 erlebte die Gaming-Szene einen erneuten Aufschwung durch die Veröffentlichung von League of Legends, welches momentan das populärste Spiel von allen ist.
  • 2013 wurde dann Dota2 veröffentlicht, was weiter das Wachstum des eSports förderte.
  • 2016 wurden nun beim „The International“ Dota2 Turnier erneut mit 20,9 Mio. US-$ neue Maßstäbe in Sachen Preisgeld gesetzt. Von diesem Preispool nahm das Gewinnerteam 9,1 Mio. US-$ mit nach Hause, das heißt für jeden Spieler 1,8 Mio. US-$. Ein Spieler der Fußballmannschaft, welche die Weltmeisterschaft gewinnt bekommt im Vergleich dazu „nur“ ca. 320.000 US-$.

Was verdient denn eigentlich so ein professioneller eSports Spieler?

Einmal kommt da das hohe eben genannte Preisgeld dazu, je nach dem ob das Team gewinnt. Weiter haben professionelle Teams zumeist monatliche Gehälter die sich in der Regel bei Top-Teams im Bereich von 20.000 bis 25.000 US-$ bewegen. Außerdem gibt es noch weitere Verdienstmöglichkeiten für die Teams wie z.B. das Merchandising, also die Vermarktung von Fanartikeln. Zu guter Letzt verdienen die Teams auch noch einiges durch Sponsoring, eSports hat sich mittlerweile zu einer ziemlich beliebten Werbefläche entwickelt.

Fazit: eSports wächst.

Es lohnt sich, die eSports-Szene im Blick zu behalten. Die Wachstumsrate ist weit höher als bei den klassischen Sportarten. Eine Positionierung in diesem Bereich ermöglicht es, die attraktive Zielgruppe der Heranwachsenden zu erreichen, welche auf anderem Wege schwer zu erreichen ist. Als Unternehmen sollte man die Möglichkeiten ausloten, die dieser Bereich bietet.

Autor

Yannis Knoll

Yannis Knoll
Praktikant

E-Sports Enthusiast

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