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19.01.2021 . Social Media Marketing . Jennifer Kluge

Clubhouse: Was Unternehmen über die Trend-App wissen sollten

Seid ihr schon drin?! Die Rede ist natürlich von der ultimativen Trend-App Clubhouse, die aktuell in Social Media einen mega Hype erfährt. Die gute Nachricht: Für unseren Blogtext zur neuen App braucht ihr keine Extraeinladung – los geht's.

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Am Wochenende machte die Social-Audio-App „Clubhouse“ in Deutschland von sich reden. Die Netzwerke überschlugen sich: Immer mehr Personen sprachen auf LinkedIn, Instagram, Twitter und Co. über das Format. Promis, Politiker:innen, Influencer:innen und Unternehmer:innen tummelten sich erstmals in einigen Clubs. Aber wo kommt dieser plötzliche Hype her, was begeistert die Menschen so sehr an dieser App … und könnt ihr sie vielleicht sogar für B2B einsetzen?

Die groben Fakten über Clubhouse:

  • Invite only!
    Nach Installation der App ist diese nur über Einladung zugänglich – sobald ihr drin seid, könnt ihr
    zwei weitere Kontakte einladen. Ihr könnt aber auch in den Warteraum gehen und euch dort von einem eurer Kontakte freischalten lassen. 
  • Settings!
    Das eigene Profil benötigt nur den „
    Clear Name“ (Foto & Beschreibung sind optional – die Verknüpfung zu Instagram & Twitter möglich).
  • Interests?
    A
    us einer Vorauswahl an möglichen Themen erstellst du zunächst deinen ersten Feed – die Interessen können jederzeit wieder bearbeitet werden.
  • Push me!
    Einstellungen für
    Notifications sind besonders wichtig & die Regeln der Push-Frequenz – nur so bekommst du mit, wer spricht und mit dir sprechen will.
  • 3 Rooms:
    Es gibt private Räume
    (Nur ausgewählte, eingeladene Personen im Raum),
    trusted Räume (Nur Personen des Followerkreises können mit eintreten) und
    öffentliche Räume (Open for all).
  • Welcome to the Club:
    Es gibt neben Räumen auch feste Clubs – und damit ist auch der Ursprung des Namens erklärt – die immer geöffnet bleiben. Zurzeit muss man jedoch eine recht verstecke Anfrage stellen, um einen Club zu eröffnen. Stand jetzt sind pro Nutzer nur zwei Cluberöffnungen erlaubt (und das nur für regelmäßige Nutzer). Durch die hohe Nachfrage dauert dieser Freigabeprozess zudem auch länger.
Abbildung: Screenshots der Trend-App Clubhouse

Erste Schritte in der App

48 hours later – unsere ersten Eindrücke

Unser Team hat die App nun einige Tage lang ausprobiert. Nach den ersten Stunden (Achtung: die App macht erst mal süchtig), zahlreichen besuchten Räumen, zuhören, diskutieren und lachen, können wir sagen: Der Podcast-Live-Story-Hybrid macht Spaß! Clubhouse ist lustig, informativ und hat definitiv großes Potenzial. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde hier ein Raum geschaffen – für unser Bedürfnis nach Kontakt. Das Besondere: Ihr könnt euch mit Politiker:innen, Influencer:innen und anderen Personen austauschen, die ihr sonst nicht erreichen könntet. Außerdem könnt ihr viele neue Menschen kennenlernen – im Idealfall außerhalb eurer Bubble! Was wir aber auch bemerken: Die App steckt noch in den Kinderschuhen. Räume zu finden ist nicht intuitiv, genau wie andere Funktionen. Räume entdeckt ihr hauptsächlich über andere Netzwerke, eure Follower:innen oder Personen, denen ihr folgt.

Kritik an Clubhouse

Noch ist nicht ganz klar, inwieweit Sequenzen der Unterhaltung mitgeschnitten werden und wie kontrolliert wird. (Ihr selbst dürft laut Datenschutzrichtlinie keine Aufnahmen machen.) Auch ist fraglich, inwieweit Ausschnitte aus Gesprächen zitiert werden dürfen.

Bilden sich eventuell riskante Themen und Gruppen? Diese Kritik kam in den letzten Tagen auf. Auch fragen wir uns, inwieweit hier Fake News Nährboden finden, denn erst mal kann jeder als Expert:in  auftreten und drauflos erzählen. Ein Beispiel: Es gab einen Raum zu Datenschutz bei Clubhouse, in dem ein TikTok-Creator zugehört hatte. Kurz darauf berichtete er in einem TikTok-Raum von den dort gewonnenen Informationen. Er wusste jedoch nicht mehr, von wem die Information stammte. So kann eine falsche Information ihren Weg durch zahlreiche Räume ziehen. Zudem ist die App nicht barrierefrei und für Gehörlose unzugänglich. Auch funktioniert die Clubhouse-App aktuell nur mit iOS, Android-Nutzer:innen schauen (noch) in die Röhre.

Einige Kritikpunkte sind auf jeden Fall noch zu klären. Trotzdem stellen wir fest: Besonders für Menschen aus der Tech-, Politik- und Marketing-Szene ist das Format extrem spannend. In den letzten Tagen entstanden Polit-Talks, quasi live aus dem Regierungsviertel, TikTok-Runden, in denen Creator:innen sich über ihre Erfahrungen austauschen und Räume zu E-Business- und Finanzthemen. Wer außerhalb des Jobs lieber relaxteren Themen lauschen möchte, kann in Dating-Erfahrungen, Wein-Talks oder Lebens-Tipps reinhören.

Was ist das Besondere an Clubhouse?

Der Unterschied zu Instagram: Alles Visuelle, Einstudierte, Zurechtgerückte scheint verflogen – es wird spontan drauf losgesprochen. Die Einbahnstraße Story wird hier durchbrochen, denn eine Diskussion ist das Ziel. Zwar gibt es immer noch stumme Zuhörer, aber der Weg für den Dialog mit mehreren Menschen zur gleichen Zeit ist geebnet.

Der Unterschied zu Podcasts: euer Fokus! Da die Unterhaltung nicht aufgezeichnet wird, verlangt Clubhouse den Zuhörer:innen eine viel höhere Aufmerksamkeit ab! Wir müssen richtig zuhören, sonst können wir nicht mitreden. Im Gegensatz zu einem Podcast stolpern Personen aber auch oft in ein Gespräch mitten hinein, wodurch das Zuhören schwer fällt.

Der große Unterschied zu allen Netzwerken: Die Wertschätzung, die Spontanität, der Austausch! In Zeiten von Social Distancing kommt diese App wie gerufen, denn sie gibt uns ein neues Gefühl von Verbundenheit und Kontakt. Dabei entsteht kein Druck, denn das Format ist leicht und kurzweilig. Fast wie damals auf der WG-Party, in einem spontanen tiefgründigen mitternächtlichen Küchen-Talk. Hach… das waren noch Zeiten.

Abbildung: Screenshots Räumen, Clubs und Interessen in der App Clubhouse

Räume, Clubs und Interessen

Let’s talk about Business!

Wo sich viele Menschen tummeln, da liegen auch immer große Chancen für Unternehmen. Nach unserem ersten Fazit haben wir bereits einige Ideen, wie Unternehmen Clubhouse nutzen können:

Platziert euch!

Euer Unternehmen oder eure Produkte könnten Reichweite brauchen? Räume und Clubs sind dafür prädestiniert, von euch zu (Nischen-) Themen erstellt zu werden. Besonders im Moment sind deutschsprachige Räume zu gewissen Uhrzeiten noch kaum vorhanden, weshalb ihr diese Lücke mit euren Themen sinnvoll füllen könnt. Wer jetzt genau weiß, was seine Zielgruppe interessiert, ist klar im Vorteil. Da viele Personen starkes Raum-Hopping betreiben, schauen bestimmt auch Interessierte in eurem Raum vorbei. Wenn ihr euch alternativ in passenden Räumen einquartiert, versucht, zu Wort zu kommen und nennt die Benefits eures Produkts für das besprochene Thema oder die Zielgruppe. Alternativ könnt ihr natürlich auch euren Standpunkt zu bestimmten Themen preisgeben und damit etwas fürs Image tun.

Nehmt die Beobachter-Position ein

Ihr möchtet mehr über eure Zielgruppe wissen? Dann hört ihnen einfach zu! In den unterschiedlichsten Räumen wird auf Clubhouse über diverse Themen diskutiert. Eure Zielgruppe sind junge Frauen? Dann lauscht doch mal dem Feministischen Frühstück! Ihr wollt wissen, was die Gen Z bewegt? Dazu erfahrt ihr sicher etwas in den Räumen zu TikTok! Euch interessiert generell, welche Themen im Moment polarisieren? Dann schaut euch ab und zu an, welche Räume erstellt werden!

Verbessert eure Unternehmens-Kultur

Einige eurer Kolleg:innen tummeln sich schon auf der App? Dann nutzt das fürs Team-Building! Ob Feierabend-Schnack, Serien-Austausch oder Diskussionsrunde über Trends während dem Lunch – eröffnet einfach Räume in Clubhouse! So können auch im Homeoffice spannende Gespräche im Team entstehen.

Live-Podcast im Clubhouse

Ihr habt schon einen Podcast? Dann verwandelt diesen doch einfach mal in ein Live-Gespräch auf Clubhouse! Das gibt euch die Möglichkeit, mit eurer Community zu diskutieren und zu interagieren. Außerdem bekommt ihr vielleicht wertvolles Feedback.

Als echte Experten zu eurem Unternehmen, könnt ihr hier auf ganz neue Art euer Wissen teilen! Ladet doch mal zu euren Themen Special-Speaker:innen ein und schafft neues Diskussionspotenzial.

Sprecht mit euren Kund:innen

Abseits von Mails und Telefongesprächen mal wieder locker mit Kund:innen ins Gespräch kommen? Das ist in der jetzigen Zeit schwierig, denn Events können nicht stattfinden. Dafür könnte Clubhouse die ideale Lösung sein. Eröffnet einen Raum, ladet Kund:innen ein und gebt ihnen die Möglichkeit, ihre Ansichten zu bestimmten Themen zu diskutieren oder fernab vom Produkt mit euch in den Dialog zu treten. Die Spontanität der App wird euch sicherlich zugutekommen.

Influencer:innen

Wer bereits Influencer-Marketing auf Instagram betreibt oder sogar auf eine eine längere Kooperationen zurückgreifen kann, hat hier die perfekte Ausgangslage. Denn der Influencer kann authentisch zu euren Themen sprechen, kennt eurer Produkt bereits und bringt gleichzeitig eine größere Zuhörerschaft mit sich.
Auch interessant: Ihr könntet auch eigene Corporate-Influencer aufbauen, die euer Unternehmen auf Clubhouse vertreten und sich in relevanten Räumen verteilen, zuhören und mitmischen.

Recruiting auf Clubhouse?

Warum nicht? Einfach mal auf Clubhouse mit möglichen Bewerber:innen ins Gespräch kommen und Fragen zu eurem Unternehmen beantworten. Employer Branding könnte auf Clubhouse erfolgreich sein, wenn ihr es geschickt anstellt.

Meinungsumfrage leicht gemacht

Ihr bringt ein neues Produkt oder einen neuen Service an den Start und seid euch noch unsicher zu einigen Details. Woher bekommt ihr Meinungen dazu? Vielleicht in einer spannenden Diskussion auf Clubhouse. Hier könnt ihr kostenfrei Eindrücke und Vorschläge sammeln. Vielleicht versendet ihr sogar ein Produkt zum Test und nutzt einen Clubhause-Raum, um das Feedback zu erhalten.

Ausblick: Hält der Hype um Clubhouse an?

Eine Frage stellen sich derzeit alle: Wird der Hype anhalten? Das ist natürlich bei neuen Social-Media-Formaten nie sicher. Clubhouse ist mit seinem neuen Ansatz aber sicherlich spannend und bringt einige Vorteile mit sich. Wir haben uns überlegt, wie sich die App in Zukunft monetarisieren könnte: Eventuell wird sich Werbung einschleichen, Lizenzen für dauerhafte Räume verkauft, exklusive Club-Mitgliedschaften oder auch die Möglichkeit des nachträglichen Hörens. Wer sich die Terms & Conditions einmal näher durchliest, kann bereits herauslesen, dass eine Monetarisierung möglich ist.
Wir sind auch gespannt, ob sich abseits der Influencer:innen spannende Gespräche entwickeln können, denn bekannte Personen kommen derzeit mehr zu Wort und werden eher angehört. In einem Gespräch wurde zum Beispiel angesprochen, dass zudem Guidelines zu Fake-News und Gesprächsregeln entwickelt werden und im Room präsent sein sollten. Denn auch das ist Clubhouse: Die Diskussion über die Zukunft von Clubhouse läuft gerade auf Clubhouse!

Ihr habt noch weitere Fragen zu Clubhouse und wie ihr die Trend-App für euer Business nutzen könnt? Dann meldet euch bei uns!

Kommentare

Sascha . 25.01.2021 . 10:34

Hallo,
danke für den Überblick über Clubhouse.

Ich bin selbst jetzt seit dem Wochenende dort „unterwegs“ und habe schon einige interessante Talk gehört.

In eurem Artikel habt ihr einen meiner Meinung nach ganz entscheidenden Punkt vergessen, Invites sind nur dann möglich, wenn man Clubhouse Zugriff auf sein Adressbuch gibt. Das ist im Sinne des Datenschutzes allerdings ein absolutes no-go, denn hier werden Adressdaten von Dritten an ein Unternehmen in den USA weitegegeben. Grade wenn man mit dieser App in irgendeiner Form sein Business betreiben / unterstützen will und neben den geschäftlichen Kontakten noch private in einem Adressbuch hat, wird es schnell rechtlich schwierig.
Glücklicherweise kann man die App aber auch ohne eine Freigabe seiner Kontakte nutzen, man hat dann eben nicht die Möglichkeit andere Menschen einzuladen. An dieser Stelle bin ich dann auch etwas zwiegespalten, denn irgendwie „muss“ man ja auch zu einem Invite kommen…Denkbar wäre hier eine Lösung mittels Link, dann könnte der Eingeladene in letzter Instanz selbst entscheiden, oder seine Daten dort hinterlegt und somit die Einladung annimmt. Wenn die Macher von Clubhouse in der EU wirklich Fuß fassen wollen, dann werden sie hier nachbessern müssen.

Grüße
Sascha – der jetzt wieder ins Clubhouse verschwinde 😉

Jennifer Kluge . 25.01.2021 . 15:56

Hey Sascha,

danke für deinen Kommentar! 🙂

Absolut, darauf sind wir nicht näher eingegangen. Der Fokus lag für uns vor allem auf den Möglichkeiten für „Unternehmens-Accounts“ bzw. wie Unternehmer und ihre Teams dort jetzt schon auftreten könnten und was so ein Format an neuen Ideen mit sich bringt. Da bereits viele Blog-Artikel das Thema Datenschutz thematisieren und auch kritisieren, haben wir den Schwerpunkt als Agentur woanders gesetzt. Recherchiert haben wir aber natürlich auch dazu. Empfehlen können wir dir daher besonders diesen Beitrag hier:
https://datenschutz-generator.de/clubhouse-recht-datenschutz/#Geschaeftliche_Nutzung_ohne_Rechtsgrundlage

Da die App ja noch in der Beta-Version steckt und sich gerade in Deutschland noch in der Anfangsphase befindet, sind wir sehr gespannt, wie man die Adressbuch-Problematik zukünftig angeht (deine Idee mit dem Link ist sinnvoll und nutzen andere Anbieter ja ebenfalls schon so) – und auch, wie sich eine Monetarisierung dort zukünftig integrieren lässt. Noch ist sowohl die geschäftliche Nutzung von Accounts als auch das Thema Werbung sehr schwammig formuliert (Terms of Service/ Community Guidelines) …

Wir haben auch schon darüber diskutiert, ob sich die App überhaupt lange hält oder eine Anbindung an ein bereits etabliertes, größeres Netzwerk (LinkedIn oder auch in Facebook-Gruppen) denkbar wäre.
Es bleibt also spannend – die Funktion als solche macht jedenfalls echt Spaß und man fragt sich, wieso es das bisher an anderer Stelle noch nicht gab!

Liebe Grüße
Jenny

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