23. Oktober 2013

werkenntwen – Was steckt hinter dem Relaunch?

Lars Ofterdinger Author: Lars Ofterdinger Kategorie: Social Media

Nach Foren und Communities traten die sozialen Netzwerke, wie wir sie in ihrer heutigen Form kennen, auf den Plan. Auf einmal war man in diversen VZs mit den verschiedensten Bezeichnungen und, zumindest in Rheinland-Pfalz mit ziemlicher Sicherheit auf wer-kennt-wen.de angemeldet. Irgendwie konnten alle so ziemlich das Selbe, aber dann war der eine Freund halt in dem einen und die andere Freundin wiederum in dem anderen Netzwerk. Ok, die hin und her Springerei war nicht wirklich komfortabel, aber das hat man in Kauf genommen.

Eigentlich ist es ja schon ein wenig traurig was mit der Netzwerk-Vielfalt in Deutschland passiert ist. Ich habe angefangen mich für soziale Netzwerke zu interessieren, als das Angebot eigentlich noch nicht über Foren und Communities hinaus ging. Jaja, die Alteingesessenen werden jetzt wahrscheinlich so etwas von sich geben wie „Foren? Pah! Ich war schon in sozialen Netzwerken unterwegs, als diese noch BBS hießen“, aber ganz ehrlich: Dafür bin ich einfach etwas zu jung!

Nach Foren und Communities traten die sozialen Netzwerke, wie wir sie in ihrer heutigen Form kennen, auf den Plan. Auf einmal war man in diversen VZs mit den verschiedensten Bezeichnungen und, zumindest in Rheinland-Pfalz mit ziemlicher Sicherheit auf wer-kennt-wen.de angemeldet. Irgendwie konnten alle so ziemlich das Selbe, aber dann war der eine Freund halt in dem einen und die andere Freundin wiederum in dem anderen Netzwerk. Ok, die hin und her Springerei war nicht wirklich komfortabel, aber das hat man in Kauf genommen.

Und dann kam halt Facebook. Groß, blau, aus Übersee und damit „der neue heiße Scheiß“ im Genre. Und mit Facebook kam auch der Untergang für die bisherigen Netzwerke in Deutschland. Der Abwanderung von Nutzern konnte man nichts entgegen stellen und so strichen bald die VZs, als ehemals größtes deutsches Netzwerk, die Segel. Zwar nicht annähernd Konkurrenzfähig mit Facebook aber dennoch hartnäckig im Genre vertreten: Wer-kennt-wen!

Es hagelte Totsagungen und nach der Implementation der „Meine Tiere“-Funktion auch einiges an Häme, aber wer-kennt-wen hielt und hält sich wacker. Und siehe da: Heute läutet WKW (so die Kurzform) zur nächsten Runde: Neues Design, neue Funktionen, Responsive Webdesign und was man noch so alles von einem zeitgemäßen Netzwerk erwartet. Natürlich besteht die Haustier- bzw. Auto-Funktion weiterhin! 😉

Teil des Responsive Webdesigns ist auch der Newsstream im populären Pinterest-Look, der je nach Bildschirmbreite mit skaliert. Im Vergleich zum vorangehenden Layout wird die Kommunikation damit weit prominenter dargestellt. User werden mehr dazu angehalten Beiträge zu teilen und sich mit ihren Freunden auszutauschen. Dies könnte auch für Unternehmen interessant werden, da Meinungen über Marken im Newsstream prominent platziert werden können. Damit schafft werkenntwen einen Schritt, in dem es auch für Social Media Management und Community Management interessant wird. Verantwortliche sollten den möglichen Effekt des neuen Layouts jedenfalls auf dem Schirm haben!int-startseite-rgb

Wir hatten die Gelegenheit einige Fragen an das WKW-Team zu stellen, um ihre Motivation und Gedanken hinter dem Relaunch beleuchten zu können. Hier das mini-Interview:

Uns würde interessieren,  was sich werkenntwen davon erhofft / was sind die Ziele und welche Zielgruppe man im Visier hat?

Mit dem Relaunch haben wir werkenntwen komplett modernisiert: Funktionalitäten wurden optimiert und neue hinzugefügt, zahlreiche Nutzerwünsche umgesetzt und durch die Ausrichtung der Plattform auf Responsive Webdesign sind wir einen technologisch wichtigen Schritt gegangen. Der Kern unseres sozialen Netzwerks bleibt dabei natürlich erhalten. Wir möchten unseren aktiven Nutzern eine moderne Heimat im Netz bieten und gleichzeitig inaktive Nutzer reaktivieren sowie neue User hinzugewinnen. Dabei richtet sich werkenntwen an alle ab 14 Jahren. Wir sind eine Plattform für jedermann.

Wie sehen Sie sich, im Vergleich zu anderen Social Networks?

Wir werden persönlicher wahrgenommen als andere. Unser Fokus liegt auf der lokalen und regionalen Ausrichtung, den umfassenden Privatsphäre-Einstellungen und dem strikten Datenschutz nach deutschem Recht sowie der persönlichen Nutzerbetreuung.

Wieso sollte ich werkenntwen nutzen, wenn Facebook allgegenwärtig ist?

Für unsere Nutzer sind wir die Heimat im Netz. Hier kommen Menschen zusammen, die sich außerhalb der Online-Community vielleicht nie begegnet wären. werkenntwen steht seinen Nutzern bei der Suche von Bekannten, Verwandten und Freunden zur Seite. In über 2,2 Millionen Gruppen und über 83.000 Vereinen können sich wkwLer über ihre Hobbys austauschen. Auch Haustierfreunde und Autofans kommen bei werkenntwen auf ihre Kosten. Sie können Tier- oder KFZ-Seiten anlegen und sich mit Gleichgesinnten darüber unterhalten. Dabei ist werkenntwen oft der verlängerte Arm hin zu Beziehungen in der Offline-Welt. Denn vielen, die sich bei werkenntwen online kennenlernen, ist es wichtig, sich auch persönlich zu begegnen. Das ist etwas, das unsere Nutzer sehr schätzen.

Ist es geplant, dass man Unternehmensseiten anbietet?

Die Weiterentwicklung der Plattform ist ein stetiger Prozess. werkenntwen hat noch einiges in petto, was wir allerdings erst zur gegebenen Zeit bekanntgeben.

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WKW – Der aufgehende Stern oder das untergehende Schiff?

Das ist natürlich die Schlüsselfrage. Was spricht für oder gegen die Nutzung des Netzwerks und was für einen Mehrwert bietet die Nutzung von werkenntwen gegenüber den Vorteilen des Platzhirschs Facebook?

Ein Vorteil ist das Image. Während Facebook sich immer wieder Kritik wegen Privatssphären-Einstellungen und daraus resultierenden Problemen bei „Facebook-Parties“, Cybermobbing, Datenklau, uvm. gegenübergestellt sah, flog WKW diesbezüglich weitgehend unter dem Radar. Als deutsches Netzwerk und den damit verbundenen deutschen Datenschutzrecht des Netzwerks, dürfte das Netzwerk gegenüber Facebook vor allem in Zeiten von Prism, Tempora und Co. einige Punkte gut machen!

Ein Faktor der eigentlich mehr für Facebook als für WKW spricht sind die Netzwerkeffekte. Die Rechnung ist ganz einfach: User wollen am Liebsten in das Netzwerk wo sie auch ihre Freunde treffen. Bei den über 25 Millionen deutschen Facebook-Nutzern gegen „gerade mal“ 9,6 Millionen WKW Nutzern (nach Presseinformationen des Netzwerks) ist das natürlich ein klarer Punkt für den Platzhirsch. Allerdings ist die Nutzergemeinde tendenziell älter als bei Facebook und außerdem recht lokal konzentriert. Zentren von WKW sind das Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. Diese beiden Faktoren führen zu einer kleinen, aber durchaus vorhanden und vor allem treuen Nutzerbasis im Netzwerk.

Was denkst du?

Hat WKW die Chance seinen bisher treuen Nutzerstamm gegenüber anderen Netzwerkgrößen zu verteidigen? Hat der Relaunch die erhofften Neuerungen gebracht, um das Netzwerk auch langfristig attratktiv zu machen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

BTW: Wir tummeln uns jetzt natürlich auch auf dem neuen Netzwerk. Hier geht es zu unserer WKW-Gruppe!

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