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11.06.2013 . Social Media Marketing . Lars Ofterdinger

Google vs. Facebook: Die Schlacht von Waze

Na, das ist doch toll. Google und Facebook zanken sich mal wieder um ihre Bauklötze und die Welt sitzt, in Anbetracht der Summen um die es geht, fassungslos starrend daneben.

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Na, das ist doch toll. Google und Facebook zanken sich mal wieder um ihre Bauklötze und die Welt sitzt, in Anbetracht der Summen um die es geht, fassungslos starrend daneben.

Aber kurz zur Erklärung: Waze ist ein Mix aus sozialem Netzwerk und Navigationssoftware. Das israelische Unternehmen ermöglicht damit, dass Autofahrer sich gegenseitig über Staus, Unfälle, Radarfallen, uvm. benachrichtigen können. Waze bildet die Informationen direkt in seiner Straßenkarte ab und speichert sie für andere Nutzer des Netzwerks. Nach eigenen Informationen hat Waze mittlerweile schon 45 Millionen Nutzer und zählt damit wohl eindeutig zu den ernstzunehmenden „Newcomern“ im Social Media Genre.

Und wie das Geschäft halt so läuft, dauerte es natürlich nicht lang, bis das Interesse „der Großen“ geweckt war. So verkündete Facebook vor kurzem Waze übernehmen zu wollen. Sofort standen auch wieder die schon vom Instagram-Deal bekannten eine Milliarde Dollar im Raum. Die waren den Waze-Gründern allerdings zu wenig (während ich diese Zeilen schreibe schüttele ich übrigens ungläubig den Kopf). Nachdem der Netzwerkriese dann doch dankend abgelehnt hatte, kam eine andere relativ bekannte Internetfirma um die Ecke: Google. Und als ob die eine Milliarde nicht schon irrwitzig genug wäre legt Google noch einmal etwas drauf. Nachdem zeitweise sogar schon 1,3 Milliarde Dollar im Raum standen, wurde sich laut The Verge auf einen Kaufpreis im Bereich von 1,1 Milliarde Dollar geeinigt.

War es das denn wirklich wert?!

Diese Frage muss nunmal bei einem solchen Kaufpreis gestellt werden. Direkt damit verknüpft ist wohl die Frage, wie viel heutzutage ein Nutzer in sozialen Netzwerken wert ist. Berechnet man die Kosten pro Nutzer beim Aufkauf von Waze (1,1 Milliarden Dollar / 45 Millionen Nutzer) kommt man auf ein Ergebnis von ca. 24$ pro Nutzer. Das ist weniger, als Facebook damals für jeden Instagram Nutzer hingelegt hat (ca. 28$ pro Nutzer). Das ist auch deshalb interessant, da mit Instagram ein Dienst ohne Erlösmodell gekauft wurde, während Waze, laut faz.net, nach eigenen Angaben zumindest kleiner Erlöse durch Werbung in der App und die Lizenzierung von Daten an andere Unternehmen erwirtschaften konnte.

Klar sollte allerdings auch sein, dass hier nicht nur Nutzer, sondern auch Technologie gekauft wurde. Naheliegend ist natürlich, dass Google in Zukunft die Waze-Technologie in seiner eigenen Navigationssoftware Google Maps bzw. Google Navigation nutzen will. Das hätte dank den weit verbreiteten Android Geräten einen immensen Nutzerzuwachs des Netzwerks zur Folge.

Will man die Sache weiterspinnen, kommt man dann auch recht schnell zu Themen wie einer Google+ Integration zur Synchronisierung der Freundeslisten (bzw. Circles), Geotargeting und Location Based Advertising. Die Möglichkeiten, die Google mit seinem neuen Zukauf hat, sind mannigfaltig. Auf jeden Fall hat sich Google damit einen weiteren Pluspunkt im Rennen der Kartierungsservices gesichert. Apple, die schon im Vorhinein eine Stellungnahme abgegeben hatten, nicht beim Waze-Bieterrennen mitspielen zu wollen, bleiben also in Zugzwang.

Was haltet ihr von der Entwicklung um Waze? Nutzt ihr es vielleicht schon? Oder steht ihr Location Based Services skeptisch gegenüber?

Autor

Lars Ofterdinger

Lars Ofterdinger
Head of Marketing

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