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26.01.2017 . Social Media Marketing . Lars Ofterdinger

Facebook Stories beerdigt Snapchat – und was ist mit Instagram?

Stories überall - läuft Facebook jetzt Snapchat den Rang ab?

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Es ist eine Start-up-Geschichte, die sich wunderbar erzählen lässt.

Der Protagonist – nennen wir ihn mal Evan – baut eine kleine Mobile-App, mit einem einzigen, smarten Gedanken: Der sich verändernden Kommunikation einer jungen Generation Rechnung zu tragen und sie unverbindlicher und „mehr live“ zu gestalten. Die Idee geht durch die Decke und innerhalb von wenigen Monaten nutzen weltweit mehrere Millionen Menschen die App. Das wiederum ruft einen Riesen der Szene – nennen wir ihn mal Mark – auf den Plan, der Evans App kaufen will. Für viel Geld. Sehr viel. Evan lehnt aber ab, weil er seiner Idee noch mehr zutraut. Mark ist ein wenig angefressen und denkt sich: Was Evan kann, das kann ich schon lange. Er baut Evans App nach und auf einmal interessiert sich keiner mehr für Evan oder seine App. Evan ist traurig, verkauft seine App für weit weniger Geld und fristet ein einsames trauriges Leben in einem Luxusloft in der besten Gegend San Franciscos. Armer Evan. Keine Pointe.

Zumindest teilweise hat sich diese Geschichte nun schon bewahrheitet. Nachdem Facebook mit Instagram Stories einen deutlichen Vorstoß in die Richtung der Snapchat User getan hat, legte der Netzwerkriese gestern mit Facebook Stories nach. Prinzipiell gleicht Funktionsweise und auch Aussehen der Facebook Stories den Instagram Stories – nur halt im weit größeren Netzwerk Facebook.

Nun stellen sich einige Fragen:

  1. Was macht Snapchat? Kann es sich gegen die Foto-affine Community von Instagram auf der einen Seite und gegen die immensen Nutzerzahlen von Facebook auf der anderen Seite noch irgendwie durchsetzen?
  2. Die Überschneidungen von Nutzern, die sowohl Instagram als auch Facebook nutzen sind (wahrscheinlich) immens. Wie werden sich also die Nutzer zwischen diesen beiden Netzwerken entscheiden?

und natürlich …

Was bedeuten Facebook Stories für mein Unternehmen?

Eins steht nämlich fest: Es macht nur wenig Sinn (und ist auch recht unpraktikabel) diese Art der Kommunikation über verschiedene Netzwerke zu führen. Gerade Instagram Stories bietet hier Hürden, da ein Hochladen von vorher gespeicherten Fotos in das Netzwerk nicht vorgesehen ist.

Das Rennen zwischen Instagram und Snapchat hat bei unseren Kunden – nicht zuletzt auch durch unseren Rat – deutlich Instagram gewonnen. Das hat meist organisatorische Gründe. Ein neuer Kanal bedeutet auch eine neue Community, in die man sich einfinden muss und neue Prozesse, die sich etablieren müssen. Auf der anderen Seite steht kein definierter Mehrwert. Klar würden wir als Agentur mit einem Kunden einen coolen Snapchat-Case erarbeiten. Klar ist auch, dass man gerade in Deutschland mit einem solchen Case immer noch „einer der ersten“ wäre. Aber genau hier liegt auch die Krux: Ein Netzwerk, dass sich mittlerweile durchaus als „etabliert“ bezeichnen kann, und immer noch nicht von Unternehmen in großem Maße bearbeitet wird, ist vielleicht einfach hinsichtlich seiner Funktionalität für Unternehmen schlicht uninteressant. Und genau das ist auch meine Meinung zu Snapchat.

How Facebook Stories works

Quelle: Facebook

Instagram wird dagegen oft von Unternehmen ohnehin schon genutzt. Die Zusatzfunktion von Instagram Stories ist daher schnell in der Unternehmenskommunikation integriert und Snapchat damit meist kein Thema mehr.

Nun kommt Facebook Stories. Fakt ist, dass Facebook für viele Unternehmen immer noch das zentrale Netzwerk in der Social-Media-Kommunikation ist. Klar, ihr kleinen Schlaumeier, auch ich kenne diverse Unternehmen, bei denen gerade Instagram ein weit höheren Stellenwert als Facebook einnimmt, auf eine Facebook-Seite will trotzdem niemand verzichten – schon allein wegen der Werbemöglichkeiten. Dementsprechend ist die Entwicklung von vielen Unternehmen, die in die Welt sozialer Netzwerke starten, zuerst Facebook zum Laufen zu bekommen und danach in Instagram zu expandieren. Nur wohin dann mit den lustigen Bildchen und Videos, die nur 24 Stunden zu sehen sind?

Wo ist mir meine Community mehr wert?

Egal ob Instagram oder Facebook: Die Stories sind in ihrer aktuellen Mechanik kaum für den Ausbau einer Community zu gebrauchen und dienen primär zur Pflege der bestehenden Community. Ist euch also die Community auf Facebook oder Instagram mehr wert? In diese Überlegung sollten natürlich vor allem unternehmensspezifische mit einfließen: Bin ich überhaupt in der Lage das visuell ansprechende Bildmaterial zu liefern, das die Instagram-Community fordert? Sind meine Inhalte emotional genug, um den heiligen Gral Facebooks, die mögliche Viralität, nutzen zu können? Nur zwei der Schlüsselfragen, die sich Unternehmen in Zukunft stellen sollten.

… aber alles nur halb so wild …

Auch wenn sich Unternehmen durch die neuen Funktionen nun mehr und mehr in der Pflicht sehen sollten, sich mit Snapchat und / oder den Stories auseinanderzusetzen, kann ich nur eins raten: Ganz ruhig. Alles nur halb so schlimm. Probiert einfach mal aus, was euch besser gefällt.

Das klingt nun erstmal nach einem furchtbar unstrategischen Ratschlag. Mit „ausprobieren“ assoziieren viele immer noch „da trifft mich der Shitstorm doch direkt mit voller Kraft“. Genau diese Gefahr ist in Snapchat und Stories kaum existent – so lang man natürlich nicht fahrlässig handelt. Nutzt man die Funktionen nicht, ist das nicht annähernd so dramatisch wie eine inaktive Facebook-Seite. Ohne Inhalt taucht man in Snapchat und Stories schlicht und einfach nicht auf – weder negativ noch positiv. Werden wieder neue Inhalte geteilt, werden diese gleichermaßen angezeigt, wie die Inhalte von hoch aktiven Accounts.

Facebook Stories auf Android

Quelle: Facebook

Noch Fragen?

Klar wissen wir, dass gerade für Unternehmen, die gerade ihre ersten Schritte wagen, diese Themen noch etwas nach weit entfernter Zukunftsmusik klingen. Aber eine Charakteristik von Social Media Marketing war in den letzten Jahren selten von der Hand zu weisen: Einer der ersten zu sein, die eine neue Möglichkeit der Außenkommunikation nutzen, kann sich schnell auszahlen. Wir helfen gerne dabei.

Autor

Lars Ofterdinger

Lars Ofterdinger
Head of Marketing

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