23. April 2013

Social Media reagiert auf den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern

Gerrit Müller Author: Gerrit Müller Kategorie: Facebook, Social Media

Heute früh wurde bekannt, dass Mario Götze von Borussia Dortmund zum FC Bayern München welchselt. Soweit erstmal kein Thema, was man in unserem Social-Media-Blog erwarten würde. Interessant ist jedoch die Rezeption dieses Ereignisses, die sich vorranging in den sozialen Medien abspielt.

Als die Meldung bereits heute kurz nach Mitternacht auf „Bild.de“ veröffentlicht wurde, handelte es sich noch um ein Gerücht. Erste Retweets und Facebook-Posts wurden zum Thema veröffentlicht. Ausgelöst wurde dies durch diesen Artikel auf Bild.de und zugehörigen Tweet sowie Facebook-Post. Hier spielte aber in der Diskussion nicht bloß die eigentliche Sache eine Rolle, sondern auch die Vertrauenswürdigkeit der Quelle.

Foto: Michael Kranewitter, Wikipedia, CC-by-sa 3.0/at

Als am Morgen ein breiteres Publikum von der Meldung erfuhr, brach ein Sturm der Entrüstung aus, vorrangig natürlich unter BVB-Symphatisanten. Um kurz nach 10 Uhr bestätigte der Verein Borussia Dortmund den Wechsel. Zu diesem Zeitpunkt wurde besonders die offizielle Fanpage von Mario Götze zur Anlaufstelle. Viele Fans entluden teils harsche Beleidigungen und Schmähsprüche auf dessen Pinnwand. Den „Gefällt mir“-Angaben konnte man mit Tools wie Quintly beim Fallen zusehen. Viele Fans machten von der Funktion „Gefällt mir nicht mehr“ Gebrauch, was eher ungewöhnlich in dem Ausmaß ist, da die Funktion ein wenig versteckt ist.

Leider reagierten die Betreiber der Mario-Götze-Seite damit, dass sie fremde Beiträge auf der Pinnwand der Fanpage nicht mehr zuließen – vorher war es für jeden Besucher möglich einen Kommentar zu hinterlassen. Beantwortet/moderiert wurden diese allerdings nicht. Nach der Sperrung der Seitenkommentare trat nicht der wohl gewünschte Effekt ein, dass die Beleidigungen weniger oder unsichtbar werden. Stattdessen verlagerte sich die Kommentarflut auf den ersten Beitrag auf dessen Seite, ein Bild, was mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat. Dieses hat aktuell über 4700 Kommentare. Auch hier wird allerdings nicht eingegriffen. Ein erklärendes Status-Update zur Beruhigung der Fans wurde derzeit noch immer nicht gepostet. Das wäre aus meiner Sicht die große Chance gewesen: Über eine zügige Reaktion und geplante Moderation hätte man in der laufenden Diskussion deeskalierend wirken können. Sicher ist es schwer, dieses für BVB-Anhänger emotionale Thema sachlich zu halten – die ergriffenen Maßnahmen haben aber eher zur Verschlechterung der Situation beigetragen.

Als dann auch Götzes neuer Verein, der FC Bayern München, die Meldung bestätigte, kam eine weitere Facette dazu: Nun begannen FC-Bayern-Symphatisanten, die Mario-Götze-Seite mit „Gefällt mir“ zu markieren, die Like-Zahlen stiegen wieder an. Auf Quintly ist zu sehen, dass die Zahlen starken Schwankungen unterliegen, die eine Seite entfernt ihre Markierung, die andere Seite fügt neue „Gefällt mir“-Angaben hinzu, wobei letztere überwiegt. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die Funktion „Gefällt mir nicht mehr“ eher versteckt ist und außerdem einige BVB-Fans ihm die Treue halten bzw. vom Wechsel noch nicht erfahren haben/noch nicht in Facebook eingeloggt waren.

 

Beeindruckend ist am Rande noch, dass sogar die Aktie von Borussia Dortmund (dem einzigen börsennotierten deutschen Fußballverein) um 3,66% abrutschte durch diese Spielerwechselmeldung (Quelle: Rhein-Zeitung). Es bleibt abzuwarten, ob die Social-Media-Fußballwelt sich auf die anstehenden Champions-League-Spiele beider Mannschaften konzentrieren wird oder ob das Götze-Thema weiter so stark polarisiert.

Wie habt ihr dieses Fallbeispiel erlebt? Habt ihr weitere Beobachtungen gemacht?

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Über den Autor

Gerrit Müller
Gerrit Müller

Ich bin Kundenzufriedenheitsmanager bei 247GRAD. Unterwegs in Sachen Social Media, gerne auch im B2B-Bereich. Mithelfer beim Barcamp Koblenz.


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