12. März 2013

Berührungsängste?! – Warum CEOs auf Social Media setzen sollten

Author: Kategorie: Design, Facebook, Social Media

Jeder kennt es, jeder spricht drüber und sogar die Bundeskanzlerin wagte jüngst ein Interview zur bedeutsamen Entwicklung von Social Media. Firmen, Brands und Sportler sind schon voll dabei. Sie nutzen die „neuen“ Kanäle vorbildlich zur Fanansprache, Kommunikation oder zu Werbezwecken. Längst wurde erkannt, dass Facebook Twitter & Co. mitunter die wichtigsten Kanäle der heutigen Zeit sind. Umso wichtiger also, dass auch CEOs den Sprung in das vermeintliche Social-Media-Haifischbecken wagen. Denn aus mehreren Umfragen ging hervor, dass der Kaufwille aber auch der „trust“, also das Vertrauen zu einem Unternehmen dessen CEO selbst postet, twittert oder bloggt wesentlich höher ist.

Die weltweite Grayling Pulse-Umfrage vom Herbst 2012 zeigt, dass 23 Prozent der CEOs persönlich an den Social Media Aktivitäten des Unternehmens teilnehmen. Knapp 26 Prozent nehmen sich einen Ghostwriter für ihre Aktivitäten auf den Plattformen. 44 Prozent sind in keiner Weise involviert. Deutlich zu viel! Schon im Sommer letzten Jahres ging aus einer Umfrage hervor, dass 70 Prozent (!!) der 500 befragten CEOs nicht auf Social Media Plattformen präsent sind.

Zeitmangel oder Strategie?

Warum ist das so? Klar ist: Die Social-Media-Präsenz des CEOs ist strategisch. Ob strategisch gleich sinnvoll ist, sollte im Einzelfall bewertet werden. Es soll individuell nach Unternehmen entschieden werden, ob die Präsenz für das Unternehmen Sinn macht. Unternehmensstrategie, Kommunikation und auch die Produkte sollten passend für die Präsenz auf den Netzwerken sein. Natürlich muss auch der CEO selbst affin und aufgeschlossen sowie interessant erscheinen. Und das am besten regelmäßig – ohne „Ausrede Zeitmangel“.

Kein Gesicht hinter der abgedunkelten Glasscheibe: Argumente für einen Social CEO

Martina Bürge hat Anfang des Jahres eine interessante und durchaus zutreffende Zusammenfassung an PRO-Argumenten für einen Social CEO erfasst.

  • Glaubwürdigkeit nicht nur intern: Der CEO wird intern vom schlichten Entscheider in Social Media Belangen zum Beteiligten – und kann ein Vorbild für seine Mitarbeiter werden. Extern wird das Unternehmen und vor allem die Führungsetage nahbar und transparent. Vor allem heutzutage ein extrem entscheidender Faktor.
  • Nähe zum Produkt: Ob ein CEO-Blog, ein Tweet oder Facebook-Post – Es ist unbestritten dass der Konsument, egal von welchem Produkt oder welcher Dienstleistung, die Beobachtungen, Erkenntnissen oder „next steps“ interessant findet. Wir als Nutzer wollen wissen, wie der CEO meiner Bank im Alltag beschäftigt ist. Wir wollen wissen, ob er mit dem Privatjet oder der Lufthansa-Boeing nach London zum Meeting fliegt.  Eine offene Unternehmenskultur muss heutzutage sein! Fakt!
  • Kontakt und Sympathie: Der direkte Dialog ist greifbar. Meinungen und Anregungen können direkt ausgewertet und analysiert werden. Ein CEO der sich traut, weckt Sympathien. Er hat nichts zu verstecken, ob in persönlichen Gesprächen oder im digitalen Austausch.

Weg vom Ghostwriter!

Laut Grayling Pulse-Umfrage nutzen rund 27 Prozent der CEOs die sozialen Netzwerke mit einem Ghostwriter. Hier ist es entscheidend, trotz Fremdschreiben die Echtheit und das Vertrauen nicht zu belasten. Ghostwriter können einen CEO unterstützen, jedoch nicht ersetzen. Der User darf nicht getäuscht werden.

Gerade heute, wo Feel-Good-Manager und Social Recruiting keine Fremdwörter mehr sind, ist es absolut naheliegend, dass auch die Führungsetage eines Unternehmens nicht auf Social Media verzichten darf sollte. Dass der Weg dorthin nicht von heute auf morgen beschritten wird, ist völlig klar. Doch zumindest in der mittelfristigen Unternehmensstrategie darf dieses Thema nicht unbeachtet bleiben. Was meint ihr? Kennt ihr CEOs die heute schon twittern, posten oder bloggen? Was haltet ihr davon?

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