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17.07.2019 . Design & Development . Thomas Christian Busenkell

5 UX-Lehren aus Rollenspielen

Was haben Zwergenkrieger und UX-Designer gemeinsam? Es besteht eine Verbindung, die auf den ersten Blick nicht auffällt. Mein Hobby, Rollenspiele, und mein Beruf, das Entwerfen von Benutzererlebnissen, haben dies ebenfalls.

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Mit Stift und Papier lässt sich so ziemlich alles machen. Vom einfachem Schreiben eines Briefes, bis hin zur kreativen Spielwiese eines UX-Designer. Stift und Papier bilden auch die Grundlagen für die meisten Tabletop-Rollenspiele.

Was sind Tabletop-Rollenspiele und was haben sie mit UX-Design am Hut?

Das Spielen von „Pen and Paper“ und das Entwerfen von User-Experiences setzen beide ein tiefes Einfühlungsvermögen für eure Nutzer bzw. Spieler voraus.

Falls ihr mit den ganzen Begriffen nichts anfangen könnt, stellt euch einfach ein Computerspiel vor. Nur, dass ihr bei einem Pen and Paper auf die heutige Technik verzichtet. Ein Rollenspiel ohne den Computer, das kann doch gar nicht funktionieren, oder? Doch! Die Funktion des Computers übernimmt der „Spielleiter“, der die Kommunikation zwischen den Spielern und der Welt herstellt.

Die Spieler hingegen schlüpfen in Rollen, die sie üblicherweise nicht innehaben. Und ganz ehrlich, wer wäre nicht gern ein Jedi oder Hexenmeister? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und hier kommt die Verbindung zum UX-Designer ins Spiel

Eine Verbindung zwischen diesen beiden Welten besteht nämlich in der Rolle des Spielleiters. Die Aufgaben von UX-Designern sind jenen der Spielleiter nicht unähnlich. Denn UX-Designer sind hinter den Kulissen und konzentrieren sich darauf, herauszufinden, was die Bedürfnisse ihrer User sind und wie sie die User Experience entsprechend gestalten. In ähnlicher Weise arbeiten Spielleiter daran, die Geschichten, die Charaktere und die Interaktionen in einem bestimmten Szenario zu entwerfen, um lustige und unvergessliche Rollenspiele zu erstellen.

Dies bringt uns zu den Lektionen, die ihr aus einem Pen and Paper mitnehmen könnt:

 

Abbildung: Bild zum Kapitel „Erweckt euer UX-Design zum leben“

In einem solchen Abenteuer werden eure Helden vielen gutgesinnten, aber auch Personen begegnen, die nicht nur gute Absichten haben. Aber egal, wem die Helden begegnen (ob gieriger Ork oder freundlicher Bauer), es ist Sache des Spielleiters, jene Charaktere, die eine Nebenrolle im Spiel darstellen, für die Spieler einzusetzen und deren Bedürfnisse zu befriedigen. Ein guter Spielleiter variiert zwischen Unterhaltung und Information und richtet sich flexibel nach den Bedürfnissen der Spieler aus.

Ebenso ist es im UX-Design Sache der Gestalter, die Benutzer zu motivieren, miteinander zu interagieren. Behaltet immer im Hinterkopf, dass diese technischen Spielereien stets einen Mehrwert für eure Benutzer haben müssen und ihnen auf ihrer Reise helfen sollen. Habt ihr beispielsweise eine serviceorientierte Website und möchtet eure User nicht überfordern? Integriert einen personalisierten Chatbot in eure Website und ladet eure User zur Interaktion ein.

 

Regeln und Grenzen

Lektion 2: Als UX-Designer legt ihr die Regeln und Grenzen fest!

Wenn ihr die Basics eures UX-Designs festlegt, wie z. B. die Navigationsstruktur einer Website, gebt ihr damit euren Usern klare Wege vor. Sie verstehen so die grundlegenden Regeln der User Experience. Um die Grenzen in eurem UX-Design angemessen zu setzen, solltet ihr euch natürlich intensiv mit den Wünschen sowie Pain Points eurer User beschäftigen und genau wissen, was das Interesse eurer Zielgruppe ist. Nichts ist frustrierender, als etwas unbedingt tun zu wollen, aber es nicht zu dürfen. Das Setzen von Grenzen fördert gleichzeitig auch die Kreativität und Zufriedenheit eurer User. Jeder von uns hat doch bereits eine E-Mail abgeschickt und dabei den angekündigten Anhang vergessen. Moderne E-Mail-Software setzt dem einen Riegel vor, in dem euch der Client warnt, dass in eurer E-Mail das Wort „Anhang“ vorkommt, aber noch keiner dran ist – bevor ihr auf Senden klickt.

Häufig hilft es, in der Konzeption eine Costumer Journey Map aufstellen. Wer vorhersieht, was die Ziele des Nutzer sind, verhindert, dass der User etwas Unerwartetes erlebt. 

Abbildung: Bild zum Kapitel „Zieht keine voreiligen Schlüsse“

Lektion 3: Vertraut keinen Klischees

In einem Pen-&-Paper-Abenteuer dreht sich alles um die Charaktere. Das bedeutet, dass ein guter Spielleiter die Welt um die Personen baut, die sie bewohnen. Das ermöglicht es dem Spieler, seine Rolle im Spiel selbst zu gestalten. Auch beim Gestalten einer User Experience ist es einfach, Menschen anhand ihrer beruflichen Rolle in eine Schublade zu stecken. „Du bist Ingenieur? Okay, augenscheinlich hast du ausschließlich technische Interessen.“ Diese eingeschränkte Art des Denkens ist frustrierend für eure Nutzer. Interessen und Bedürfnisse können von überall her kommen. Beschränkt nicht die Kreativität und Experimentierfreude eurer User, indem ihr davon ausgeht, dass sie nur in eine Schublade passen. Ihr würdet auch keine Musik-App benutzen, die ausschließlich Karnevalsmusik abspielt, nur weil ihr euch gerne verkleidet, oder? Auch wenn ihr Grenzen in eurer User Experience gesetzt habt – Hindernisse zählen nicht dazu.

 

Abbildung: Bild zum Kapitel „Das Glück ist mit dem mutigen UX-Designer“

Lektion 5: Probiert neue Wege als UX-Designer

Wagt es, in der Konzeption neue Wege zu gehen. Nur weil eine Mechanik als „gelerntes Userverhalten“ gilt, heißt es nicht, dass nicht mehr in einer Funktion steckt.

Alle Richtlinien für UX-Design mussten sich irgendwann erst etablieren. Heute surfen die meisten User auf ihrem Smartphone im Internet und das „Burger-Icon“ erkennt jeder als Navigationssymbol. Aber als 2007 das erste iPhone auf den Markt kam, war dieses Icon nicht mehr als drei einfache Striche. Risiken einzugehen gehört zu einer aktiven Weiterentwicklung dazu. Diese zahlen sich möglicherweise aus – oder eben nicht. Gute Spielleiter führen eine wundervolle Geschichte ein, die jedem Spaß macht. Großartige Spielleiter gestalten eine Kampagne, an die sich ihre Spieler erinnern, wie an eine geschätzte Kindheitserinnerung.

Eine User Experience, die funktioniert und ihren Zweck erfüllen, ist schon ganz gut. Aber eine geniale User Experience bleibt bei den Usern nicht nur lange im Gedächtnis, sondern hat auch einen Mehrwert für Marke und User. Seid mutig in allem, was ihr tut. Versucht neue Wege zu gehen, statt auf dem allseits zitierten „gelernten Userverhalten“ zu beharren. Lernt daraus und nutzt eure Lektionen, um noch mutiger und besser zu werden.

 

Lasst uns die Würfel rollen

Wer hätte gedacht, dass eine gute Geschichte – ob digital oder am Wohnzimmertisch – so wertvoll sein könnte? Tatsächlich sind die zahlreichen Pen-&-Paper-Runden eine der lohnendsten Erfahrungen, die ich als UX-Designer machen konnte. Eine gute Geschichte schafft nicht nur ein Erlebnis, das in den Köpfen eurer User verankert bleibt – auch eure Marke bleibt im Gedächtnis. Wenn ihr euch an diesem Erfahrungsschatz orientiert, bringt ihr eure UX-Designs garantiert weiter.

Euch fehlt die notwendige Kreativität oder die Ressourcen, um euer UX-Design-Projekt umzusetzen? Oder ihr habt eine kritische 1 gewürfelt und alles ist schief gegangen? Kein Problem! Wir springen gerne ein und passen auch für euch die User Experience perfekt an die Bedürfnisse eurer Community an. Meldet euch einfach!

Autor

Thomas Christian Busenkell

Thomas Christian Busenkell
Art Director

Thomas hat nicht nur in Sachen Design jederzeit den richtigen Geistesblitz. Nach der Arbeit nutzt er diese Fähigkeit, um Gotham City zu befreien.

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