23. September 2015

Startups als TV-Spektakel: Die Höhle der Löwen

Lari Syrota Author: Lari Syrota Kategorie: Allgemein

Diese Woche war in 6. Folge der Höhle der Löwen (Di 20:15 auf VOX) auf dem Papier alles vertreten: Eis, Bier, Geld, Liebe, Sex – und die Würze hat auch nicht gefehlt. Irgendwie aber doch, denn so richtig mochte der Funke bei den vorgestellten sechs Startups nicht überspringen. 

Das spiegelte sich auch im Social Web wider: Diese Woche erreichte #DHDL nicht annähernd so viele Tweets wie in den Vorwochen. Dass dabei auch ein gewisser Herr Lewandowski eine Rolle gespielt haben dürfte, versteht sich von selbst – aber wir haben die Gelegenheit genutzt, uns die Startup-Show einmal genauer anzuschauen, mit der Social-TV-App viewple.

Was gab’s? Das erste Startup Woop Woop ließ es an Innovationskraft nicht mangeln. Eiscreme hergestellt mithilfe von flüssigem Stickstoff? Lecker, wenn man Lencke Steiner Glauben schenken darf. Sie war es auch, die den sympathischen Berlinern ein Angebot unterbreitet hat, wenn auch ein wenig glaubhaftes: 51 % für 50 000 Euro?! Nein, Lencke, du bist raus. 

So locker-fluffig ging es nicht weiter, denn Lendstar befasste sich mit dem Thema Online-Banking. Gefragt waren 5 % für 250 000 Euro. So richtige Begeisterungsstürme entfachte das nicht, trotz 30 000 Downloads. Frank Thelen war bereits an einem Mitbewerber beteiligt. Doch Jochen Schweizer witterte seine Chance. Wie üblich fand er es nötig, die Vorteile für sein eigenes Unternehmen in den Vordergrund zu rücken. Wie genau Lendstar dabei helfen soll, auf jochen-schweizer.de Kreditkartengebühren zu sparen, erschließt sich uns auf den ersten Blick nicht, aber das Investment könnte sich dennoch auszahlen.

Kein Geld gab es für SportyDates. Das Konzept klingt fast zu typisch, fast zu banal: „Hey, die Leute machen doch gerne Sport. Und sie daten gerne. BÄM, das wird riesig!“ So wirklich spannend war das nicht, aber immerhin bekam Frank Thelen eine Bühne, um über Flash herzuziehen.

Spannender wurde es dann leider nicht. Passend zum baldigen Oktoberfest wurden vegane Trachtenhosen vorgestellt, Wundersam hieß die dazugehörige Marke. Voll am Puls der Zeit, aber dann irgendwie auch überhaupt nicht. Blöderweise ließ das 300 Euro teure Produkt auch in Sachen Ästhetik und Qualität zu wünschen übrig.

Beim nächsten Startup Gourmetfix zeigte sich, dass das Thema Qualität gar nicht so wichtig ist, sofern die Zahlen stimmen. Und das taten sie! Interesse von Walmart und Edeka? Da muss was dran sein – Judith Williams und Vural Öger investieren. Und das, obwohl die Juroren gerade erst einstimmig beschlossen hatten, dass das ihnen vorgestellte Essen geschmacklich zu wünschen übrig lässt. So läuft das Business nun mal, TV hin oder her.

Ähnlich authentisch ging es weiter mit Lustblume, einem Onlineportal, das bei der Auswahl des passenden Sextoys berät. Man hätte annehmen können, die Löwen geben sich der Show wegen aufgeschlossen. Das Gegenteil war der Fall. Vural Öger ließ die Gründer unmissverständlich wissen, was er von deren Markt hielt. Ein wenig albern war das schon, aber auch seitens der anderen vier Löwen mochte sich keine Unterstützung einstellen. Dass das Startup auch geschäftlich nicht so recht die Sympathien auf seine Seite zu ziehen vermochte, trug dazu sicherlich genauso bei. Die Löwen machten kurzen Prozess. Wohl durchdacht war die Entscheidung, die Sextoy-Jungs erst als Letztes auf die Bühne zu schicken: Auch Twitter wachte nach einer ermüdenden Gourmetfix-Performance wieder auf.

Hier die viewple Social Voice zur Sendung.

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